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| Testamentsfälschung - Teil II | ||||||||||
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Bei der Schriftuntersuchung werden hintereinander mehrere Methoden angewandt, um eine Fälschung aufzudecken:
Im Rahmen der physikalisch-technischen Untersuchung wird zunächst geprüft, ob die Schreibleistungen auf einen primären Schreibvollzug zurückzuführen sind, also ob das Dokument Spuren einer nachträglichen Verfälschung oder einer Pausfälschung aufweist. Hierzu werden die Proben auf latente Durchdruckspuren untersucht. Mit extravisuellem Licht können außerdem Schrifteinfärbungsmittel von den Schriftträgern differenziert werden, chemische Rasuren sichtbar gemacht und überschriebene oder überdeckte Schriften sowie Latenzschriften lesbar gemacht werden. Schließlich werden die Schriften durch Übereinanderlegen auf Deckungsgleichheiten sowie in Hinblick auf die Größen- und Weiteproportionen untersucht. Schließlich folgt eine Überprüfung unter dem Stereomikroskop, wobei unterschiedliche Abbildungsmaßstäbe, Beleuchtungsintensitäten, -arten und -richtungen verwendet werden. Wenn die umstrittene Schrift diese Hürde genommen hat, folgt im zweiten Teil des Gutachtens der eigentliche Schriftvergleich. Dabei werden zunächst die Übereinstimmungen/ Abweichungen in Hinblick auf verschiedene Merkmale ermittelt. Hierzu gehören z.B. die Strichbeschaffenheit, Druckgebung, der Bewegungsfluss, die Bewegungsführung und Formgebung, Bewegungsrichtung, Ausdehnung und die Flächengliederung der Schrift. Allerdings sind schon bei nur einigermaßen überzeugenden Nachahmungsfälschungen regelmäßig Gemeinsamkeiten bei einer Reihe von graphischen Merkmalen zwischen dem authentischen und dem gefälschten Namenszug erkennbar. Erst durch eine detaillierte Analyse ist es dann möglich den vordergründig gewonnenen Gesamteindruck zu bestätigen oder zu widerlegen. Letztlich zielt der Vergleich darauf ab, anhand der Vergleichsproben die Eigenprägung der Originalhandschrift zu bestimmen, um dann die zu untersuchende Handschrift als unlebendige Formkopie zu entlarven. Nicht selten stellt sich dann heraus, dass der erste Eindruck getrogen hat. Dieser Beitrag wurde am Oct 2, 2007 erstellt
und zuletzt am Mar 17, 2008 aktualisiert.
Für die Richtigkeit der Angaben wird keine Gewähr übernommen.
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